Damals in Ostpreußen: Der Untergang einer deutschen Provinz


 
Eine bemerkenswerte, sensible und dennoch kritische Form der Geschichtsschreibung, die zum Gespräch ermutigt
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(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    Rezension bezieht sich auf: Damals in Ostpreußen: Der Untergang einer deutschen Provinz (Gebundene Ausgabe) Das vorliegende Buch "Damals in Ostpreußen" ist eine weitere Edition, die aus der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem Historiker Andreas Kossert, der ARD und der Deutschen Verlagsanstalt entspringen ist.

Es ist gedacht als Begleitbuch zu einer großen 90- minütigen Fernsehdokumentation, die am 6. Oktober 2008 über die Sender ging und, wie man hört, eine relativ hohe Einschaltquote hatte. Für viele Menschen, eben auch Nachgeborene von damaligen Flüchtlingen ist Ostpreußen noch immer ein Ort auf der Welt, der Emotionen und Erinnerungen in ihnen auslöst, und sei es nur daran, wie die Großeltern oder Eltern über dieses Land gesprochen haben, solange sie lebten.

Es ist ein hochemotional besetztes Thema, nach wie vor, und ähnlich wie bei seinem letzten Buch "Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945" hat es Andreas Kossert in bewundernswerter und sensibler Weise geschafft, es so zu bearbeiten, dass er die historischen Zusammenhänge erklärt, etwa für die jungen Menschen, die darüber wenig bis nichts bisher erfahren haben und dass er zweitens betroffene Menschen zu Wort kommen lässt. Auf diese Weise entsteht ein eindrucksvolles Bild von Ostpreußen, das einst die östlichste Provinz des Deutschen Reiches war.

Besonders beeindruckt hat mich die lebendige Darstellung des Alltags, der Hoffnungen und der Ängste der Menschen "damals in Ostpreußen" in den Jahren vor Beginn des Zweiten Weltkriegs und während des Krieges und die Beschreibung der dramatischen Flucht von 2,5 Millionen Menschen, die im Frühjahr 1945 aus Furcht vor der Roten Armee sich innerhalb weniger Wochen auf eine ungewisse Flucht Richtung Westen aufmachten.

Zahlreiche Schwarz-Weiß-Bilder ergänzen einen auch sprachlich hochwertigen Text, der erneut Andreas Kossert als einen der besonderen Vertreter einer ganz neuen Form von Geschichtsschreibung zeigt.

Das Buch ist besonders jenen Zeitgenossen zu empfehlen, die in ihrer Familiengeschichte eine oder mehrere Wurzeln in Ostpreußen haben, und endlich einmal etwas Genaueres darüber erfahren möchten. Vielleicht kann dann auch nach der Lektüre das Gespräch mit den alten Familienmitglieder gesucht und geführt werden, die das alles noch miterlebt haben.


Eine Rezension von Ein Kunde
vom 29. Oktober 2008
Kundenrezensionen:
3. Eine bemerkenswerte, sensible und dennoch kritische Form der Geschichtsschreibung, die zum Gespräch ermutigt (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Heimwehliteratur der anderen Art
1. Ein wichtiges und ideologiefreies Buch
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